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Mann hält sich die Ohren zu

Arbeitsschutz im Büro – 6 schnelle Antworten

Wer das Wort Arbeitsschutz hört, denkt sehr wahrscheinlich an gefährliche Arbeit auf Baustellen, unter Tage oder am Fließband in der Produktionshalle. Arbeitsschutz ist aber auch im Büro ein wichtiges Thema. Hier wird zwar nicht gesägt oder auf Gerüsten gearbeitet, trotzdem sind auch im Büro Gefahrenherde vorhanden, die zu Unfällen oder gesundheitlichen Langzeitschäden führen können.

Deshalb unterliegt auch die Arbeit im Büro dem Arbeitsschutzgesetz. Wie Sie die wichtigsten gesetzlichen Vorschriften für Büroarbeitsplätze umsetzen, erfahren Sie aus unseren 6 Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Arbeitsschutz im Büro: ein Meer aus Gesetzen, Vorschriften und Verordnungen

Zum Arbeitsschutz im Büro finden in Deutschland mehrere Vorschriften Anwendung. Ihre Umsetzung ist zwingend erforderlich, da sonst empfindliche Bußgelder bis hin zu Freiheitsstrafen drohen. Immerhin soll das Arbeitsschutzgesetz Maßnahmen erzwingen, die schließlich allen Arbeitnehmern zu Gute kommen.

Doch wo beginnen? Um dem Arbeitsschutz zu entsprechen, sind 3 wichtige gesetzliche Vorschriften zu beachten:

  • Das schon erwähnte Arbeitsschutzgesetz regelt Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Arbeitsschutz.
  • Konkretere Vorgaben zu den einzelnen Maßnahmen sind in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) zu finden, die Sachverhalte wie Gefährdungsbeurteilung, Einrichten von Arbeitsstätten und Nichtraucherschutz behandelt. Besonders aufschlussreich ist hierbei auch der Anhang der ArbStättV, der unter anderem die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen vorschreibt.
  • Zuletzt geben die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) detaillierte Vorgaben zu den Vorschriften aus der Arbeitsstättenverordnung, wie zum Beispiel konkrete Raumgrößen oder Lüftungszeiten.

Arbeitsschutz im Büro leicht gemacht

1. Wie groß muss das Büro sein?

Je nach Bürogröße steht jedem Arbeitnehmer eine bestimmte Arbeitsmindestfläche zur Verfügung, in der Stellflächen für Möbel und Laufgänge bereits berücksichtigt wurden.

  • Zellenbüros (1 bis 6 Bildschirmarbeitsplätze): Je Arbeitsplatz schreibt der Gesetzgeber hier 8 m2 bis 10 m2 Fläche vor.
  • Großraumbüros (ab 400 m2 Grundfläche): Je Arbeitsplatz müssen 12 m2 bis 15 m2 zur Verfügung stehen.

Auch zur Mindesthöhe für Büroräume gibt das Gesetz verbindliche Angaben vor. Diese werden immer in Zusammenhang mit der Grundfläche des Büros angegeben und als „lichte Höhe“ bezeichnet:

  • eine Grundfläche bis zu 50 m2 erfordert eine lichte Höhe von mindestens 2,50 m
  • eine Grundfläche von mehr als 50 m2 erfordert eine Höhe von mindestens 2,75 m
  • eine Grundfläche von mehr als 100 m2 benötigt mindestens eine lichte Höhe von 3,00 m

2. Wieviel Tageslicht muss im Büro vorhanden sein?

Tageslicht ist viel gesünder als Kunstlicht. Das sieht auch der Gesetzgeber so und empfiehlt daher einen Tageslichtquotienten von mindestens 2 bis 4 %. Dieser Quotient ergibt sich aus dem Verhältnis der Beleuchtungsstärke an einem Punkt im Innenraum zur Beleuchtungsstärke im Freien. Hier steht es dem Arbeitgeber frei, ob er den Quotienten durch Fenster, Oberlichter oder lichtdurchlässige Bauteile bereitstellt. Wenn das Büro über gar kein Tageslicht verfügt, müssen die Arbeitnehmer Zutritt zu einem Pausenraum mit Tageslicht haben.

3. Muss ein separater Pausenraum im Büro zur Verfügung stehen?

Wenn es an die wohlverdiente Mittagspause geht, sollte man sich bezüglich Ruhe- und Pausenräumen nicht lumpen lassen. Arbeiten in einem Büro mehr als 10 Beschäftigte gleichzeitig, muss grundsätzlich ein Pausenraum eingerichtet werden, außer das eigene Büro ist in der Pause frei von Publikumsverkehr und Störungen durch das Telefon, sodass eine gleichwertige Erholung möglich ist. Ein Pausenraum muss des weiteren mindestens 6 m2 groß sein.

4. Wie warm darf und muss es im Büro sein?

Für alle Arbeitnehmer, die schnell frieren, gibt es gute Nachrichten: Die Lufttemperatur in Räumen, in denen leichte bis mittelschwere Arbeit im Sitzen erledigt wird, soll nach gesetzlicher Vorgabe mindestens 19 bis 20° C betragen. Für Mitarbeiter, denen schnell zu warum wird, gibt es ebenfalls gute Nachrichten: Die Lufttemperatur in den oben genannten Räumen sollte nicht höher als 26° C sein. Alles dazwischen liegt im Ermessen und dem Temperaturempfinden der Kollegen, die sich das Büro teilen.

5. Müssen schlechte Gerüche im Büro ertragen werden?

Der Fettgeruch der Imbissbude von nebenan oder das beißende Parfum des Kollegen wird in den „Technischen Regeln für Arbeitsstätten“ als „Stofflast auf die Innraumluftqualität“ bezeichnet. Betroffene Arbeitnehmer würden es netterweise als Geruchsbelästigung betiteln oder schlichtweg als Gestank. Im Rahmen des Arbeitsschutzes ist hier vorgegeben, dass deutlich öfter gelüftet werden darf bzw. in Härtefällen sogar die Lüftungsanlage des Büros entsprechend angepasst werden muss.

6. Wieviel Lärm darf im Büro herrschen?

Zur Lärmbelastung im Büro gibt es in Deutschland bisher keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte. Lediglich für Pausenräume wird verlangt, dass 55 dB(A) nicht überschritten werden. Das entspricht etwa der Lautstärke eines normalen Gesprächs. Für konzentriertes Arbeiten am Bildschirm beurteilt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin diesen Wert jedoch als ungenügend, da hier immer noch von einer Lärmbelastung ausgegangen werden kann, die Stress auslöst. Sie empfiehlt Werte zwischen 30 bis 45 dB(A), je nach Art der Schreibtischarbeit.

Machen Sie mehr aus den Mindestvorschriften

Bei allen gesetzlichen Vorgaben handelt es sich um Mindestangaben, die lediglich dazu dienen sollen, Unfälle und gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Sie machen das Büro noch nicht per se zu einem angenehmen und immer zweckmäßigen Arbeitsplatz. Hier sollten alle Mitarbeiter im Büro ein Mitspracherecht bekommen, denn jeder hat seine eignen Vorstellungen darüber, wie sein Arbeitsplatz gestaltet sein sollte, um perfekt arbeiten zu können.

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