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Flexible Arbeitszeitmodelle bringen Berufs- und Privatleben in Einklang

Flexible Arbeitszeitmodelle – welche es gibt und was sie bringen

Arbeitszeitmodelle mit 40 und mehr Wochenstunden waren bisher der Standard für Vollzeitbeschäftigte. Das ändert sich nun langsam. In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Arbeitszeit in Deutschland kürzer, heterogener und flexibler geworden. So ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 34,9 Stunden zurückgegangen. Auch Konzepte mit Telearbeit oder Gleitzeit werden immer üblicher.

Zu diesem Ergebnis kam 2014 der WSI-Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts. Außerdem stellte die Studie fest, dass die Verkürzung der tariflichen Wochenarbeitszeiten seit den 1980er Jahren mit einer zunehmend flexibleren Gestaltung der Arbeitszeiten einherging. Also: In der Kürze liegt die Würze? Wir stellen die Modelle im Einzelnen vor.

Arbeitnehmer wünschen sich flexible Arbeitszeitmodelle

Immer mehr Arbeitnehmer haben den Wunsch, die Wochenarbeitsstunden zu reduzieren, um mehr Freizeit für Familie, Hobbys oder persönliche Wünsche zu haben. Eine gesunde Work-Life-Balance – also die persönliche Zeit gleichberechtigt auf Beruf, Familie und private Interessen verteilen zu können – motiviert und sorgt für produktives Arbeiten.

Zudem konnten Studien belegen, dass eine 40-Stunden-Woche nicht produktiver ist als Modelle mit kürzeren Arbeitszeiten. Bei einem Arbeitstag mit 8 und mehr Stunden sinkt die Konzentrationsfähigkeit, Fehler passieren häufiger, Mitarbeiter sind schneller ausgelaugt.

Flexible Arbeitszeitmodelle, die sich bewähren konnten

Flexible Arbeitszeitmodelle stehen Angestellten mittlerweile in verschiedenen Formen zur Verfügung. Jedoch eignet sich nicht jedes Modell für alle Berufszweige. So kann in Branchen, in denen eine dauerhafte Präsenz der Mitarbeiter im Büro erforderlich ist, ein verkürzter Arbeitstag durch Teilzeit nur durch höhere Kosten, etwa durch die Einstellung von zusätzlichem Personal, gewährleistet werden. Andere Arbeitsplätze, zum Beispiel in der IT oder im Marketing, bieten dagegen die Möglichkeit, Arbeitszeit und -ort flexibel zu gestalten, da Angestellte nicht zwingend vor Ort sein müssen.

Teilzeit

Beschäftigte in Teilzeit arbeiten durchschnittlich weniger Stunden pro Woche als eine vergleichbare Vollzeitkraft:

  • Klassische Teilzeit: So kann z.B. bei der klassischen Teilzeit die tägliche Arbeitszeit stundenweise reduziert werden, sodass der Angestellte in einer 5-Tage-Woche nur noch 30 oder auch 20 Stunden arbeiten geht und jeden Tag mehr Freizeit zur Verfügung hat. Möglich ist auch ein Modell, in dem die Arbeitszeit komprimiert wird, also z.B. volle acht Stunden an 4 Tagen abgeleistet werden und der fünfte Werktag frei bleibt. Auch Modelle mit monatlichen Wechseln zwischen Voll- und Teilzeit sind möglich.
  • Teilzeit Team: In diesem Modell gibt der Arbeitgeber nur vor, wie viele Mitarbeiter in bestimmten Zeitabschnitten anwesend sein müssen. Die Arbeitszeit jedes Einzelnen wird dann im Team abgesprochen und geplant. So wird in Schichten gearbeitet, der Betrieb ist auf diese Weise optimal ausgelastet.
  • Teilzeit Saison: Um Über- bzw. Unterauslastung in Saisonbetrieben auszugleichen, arbeitet das Personal in den Hochphasen in Vollzeit und bei niedriger Auslastung in Teilzeit oder ist ganz freigestellt. Auf diese Weise können Arbeitgeber Entlassungen verhindern. Auch die zeit- und kostenintensive Suche und Einarbeitung neuer Mitarbeiter für die nächste Saison entfällt. Die Angestellten erhalten dabei ganzjährig ein monatliches Grundgehalt, sodass auch der Sozialversicherungsschutz durchgehend gewährleistet ist.

Arbeitszeitkonto

Auf einem persönlichen Arbeitszeitkonto werden tagesbezogene Abweichungen zwischen der vereinbarten und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit saldiert. Bei diesem Arbeitszeitmodell wird das Gehalt wie gehabt weiter ausgezahlt. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Kurzzeitkonto: Die Differenz der geleisteten und der vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden muss in der Regel innerhalb von 6 bis 12 Monaten ausgeglichen werden. Bei Überstunden kann der Angestellte früher in den Feierabend gehen, angesammelte Minusstunden muss er dagegen nachholen.
  • Langzeitkonto: Die Zeit- oder Geldguthaben, die die Angestellten über längere Zeit sammeln, ermöglichen z.B. mehrmonatige Freistellungsphasen wie Sabbaticals oder sogar den vorgezogenen Ruhestand.

Gleitzeit

Bei der einfachen Gleitzeit ist die tägliche Stundenzahl festgelegt, aber sowohl Dienstbeginn als auch -ende kann in einem vorgegebenen Zeitkorridor variiert werden. Das bedeutet, dass der Angestellte beispielsweise in einer Zeitspanne zwischen 7 Uhr und 19 Uhr frei entscheiden kann, wann er den Dienst antritt bzw. beendet, solange er die täglich vereinbarte Arbeitszeit nicht unterschreitet.

  • Qualifizierte Gleitzeit: Sie legt eine Kernarbeitszeit fest. Diese kann beispielsweise auf 10 Uhr bis 15 Uhr festgelegt sein. Hier müssen alle Angestellten anwesend sein, die restlichen Arbeitsstunden können frei gelegt werden.
  • Funktionszeit: Diese Variante gibt keine Kernarbeitszeit vor, setzt aber die garantierte Funktionsfähigkeit des Arbeitsbereichs voraus. Das Mitarbeiterteam regelt hier die Arbeitszeiten autonom.

Vertrauensarbeitszeit

Dieses Arbeitszeitmodell findet immer häufiger Anwendung. Hierbei können die Arbeitnehmer die Verteilung ihrer Arbeitsstunden und auch den Arbeitsort selbst bestimmen. Für den Arbeitgeber steht bei diesem Modell nicht im Vordergrund, ob die vereinbarten Arbeitsstunden tatsächlich erfüllt wurden. Die Leistungsbeurteilung erfolgt anhand der Arbeitsergebnisse und Zielvereinbarungen.

Home Office

Rund 30 Prozent der Beschäftigten wünschen sich laut einer aktuellen Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) die Möglichkeit, auch zuhause oder vom Lieblingscafé aus arbeiten zu können, um Wegezeiten zu sparen, konzentrierter zu arbeiten oder Beruf und private Aufgaben besser zu vereinbaren.

  • Teleheimarbeit (oder auch Telearbeit): Dieses Arbeitszeitmodell beschreibt einen für einen festgelegten Zeitraum eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich des Beschäftigten. Dazu müssen klare Rahmenbedingungen zwischen Arbeitgeber und Angestellten schriftlich vereinbart sein. Auch die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes wie Mobiliar, Arbeitsmittel und Kommunikationseinrichtungen muss vom Arbeitgeber bereitgestellt werden.
  • Remote Working: Bei dieser Variante ist der Arbeitsort nicht vorgeschrieben. Angestellte können an jedem beliebigen Ort, auch außerhalb der privaten vier Wände, ihrer Arbeit nachgehen.

Jobsharing (Arbeitsplatzteilung)

Jobsharing ist ein Arbeitszeitmodell, das auf Teilzeitarbeit basiert. Zwei oder auch mehr Arbeitnehmer teilen sich hierbei eine reguläre Vollzeitstelle.

  • Job Splitting: Dabei handelt es sich um die gängigste Form des Jobsharing. Die Arbeitnehmer arbeiten in diesem Modell vollkommen unabhängig voneinander, leisten aber meist sehr ähnliche Arbeit.
  • Job Pairing: Hier findet eine deutlich engere Zusammenarbeit statt. Es werden gemeinsame Aufgaben und Projekte bearbeitet und wichtige Entscheidungen gemeinsam getroffen. Dadurch tragen beide Arbeitnehmer gleichermaßen Verantwortung.
  • Top Sharing: Auch in der Führungsposition kann eine Vollzeitstelle durch mehrere Vorgesetzte besetzt werden. Dieses Modell ist jedoch mit einem höheren Organisationsaufwand und verbindlichen Absprachen verbunden.

Ein Arbeitsmodell kann am Ende so individuell sein wie das Unternehmen selbst. Welche Variante für Arbeitgeber und Vorgesetzte die richtige ist, lässt sich in einem Gespräch am besten herausfinden. Schließlich liegen die Vorteile der flexiblen Arbeitszeitmodelle aber für beide Seiten auf der Hand: eine bessere Work-Life-Balance, eine geringere Fehleranfälligkeit, ein niedrigerer Krankenstand unter den Angestellten sowie zufriedene und motivierte Arbeitskräfte.

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